np. Dead For Days-Creating Murderous Domain

Hab ichs nicht vor ein paar Tagen hier geblogt? Nun sprechen auch “seriöse” Medien von Zuständen in den Südstaaten der USA wie in einem plattgemachten Entwicklungsland. Umhertreibende Leichen, Scheiße überall, vergewaltigte Kinder, plündernde Gangs, kein Trinkwasser…
Uns die wir in einem Landstrich leben der mit Ausnahme von Sturmfluten doch sehr katastrophenarm ist, ausgenommen die Bildungskatastrophe natürlich, bietet sich vorm Fernseher denn auch wieder mal ein Potpourri von Impressionen wie Menschen in Extremsituationen allgemein und Amerikaner im speziellen wirklich ticken. Ersteres: Hast du alles verloren, Haus, Hof, Kinder, und hat dir ein Megasturm gerade dein Leben zerrömert interessieren dich andere Menschen, Humanismus, Gott, Werte und das ganze andere blabla nicht mehr sondern nur deine eigene Existenz. Wie dünn doch diese “zivilisatorische” Fassade ist die innerhalb kürzester Zeit abbröckelt und nackten Überlebenskampf zurücklässt möchte nicht jeder wahrhaben.
Letzteres: Nicht das hier die Leute nicht auch durchdrehen würden angesichts solcher Zerstörungen, aber Unterschiede gbts doch. Amerikaner haben flächendeckend Waffen zu Hause und leben mit einem Wild West-Mythos. Jeder ist sich selbst der Nächste. Ergo, wenn man alles verloren hat kann man auch rumballern und sich holen was man braucht. Vor allem auf Repräsentanten (Polizei, Nationalgarde) einer Regierung die man oft als überheblich, heuchlerisch und verräterisch empfindet und die man mit seiner Wochenendmiliz am liebsten im nun wahr gewordenen Bürgerkrieg absetzen würde. Und vor allem wenn die Regierung nun auch wirklich dermaßen dilletantisch und unvorbereitet agiert wie man es 6 Tage nach dem Hurrikan immer noch sieht. Vor allem aber wenn man mittellos und schwarz, die Großfamilie ertrunken ist und man eh als Bürger zweiter Klasse betrachtet wird. In diesen Kreisen gabs demnach die meisten Opfer. Da hat man einfach nix mehr zu verlieren.
Wat fürn Kackland. Ach ja Bush, die Natur hat zurückgeschlagen.