…könnte man dieser Tage über vieles. Zum Beispiel über den wieder mal grandiosen Liveauftritt einer faszinierenden Metalband, deren von transsylvanischer Spiritualität durchtränkte Musik dieses Mal durch eine Art rumänisches Hirtenhorn, Xylophon, Panflöte und seltsames Schlagwerk sowie einen UFO-ähnlichen Oberton hervorrufende Gitarrenspieltechniken und die Mitwirkung des halben Familienclans auf der Bühne bereichert wurde. Schon gut wenn mindestens zwei Mitglieder Studienabschlüsse in für das Bandkonzept relevanten Fachgebieten haben.
Philosophieren könnte man auch über nicht enden wollende Examensarbeiten, die zu allem Überfluss auch noch zum beginnenden Stress und Schreiben unter Zeitdruck neigen. Oder über das Wetter, dessen lang ersehnte trübe Herbstlichkeit und der Oldenburg endlich wieder in Normalität (ne, Guinessmaster?!) zurücklassende Regen mir dennoch aufs Gemüt schlagen. Auch über die Zukunft nach einem mehr oder weniger glücklich überstandenen Examen könnte man nachdenken, da einen das Referendariat nicht die Bohne reizt und man keinen Plan vom “danach” hat. Gar über einen höchstwahrscheinlich verkorksten Samstagabend vor dem Notebook ohne Wein, Weib und Gesang könnte man sinnieren, locken doch außerhalb des Studentenkäfigs Wischmeyer, Ludwigshafen Deathfest und andere Partys.
Naja, deswegen macht man jetzt am besten die “Vilosophe” CD dieser Band an und haut sich mit nem Cappuccino aufs Sofa, auf die grüne Insel freuen… einen schrecklichen Abend wünsche ich allen vergnügten und freien Menschen dort draußen!
Ja genau, richtig gelesen. Vorhin beim vorbildlichen Um-den-See-Laufen: Laufe so vor mich hin und war schon angenervt ob der 50 Autos auf dem Parkplatz die auf das Schlimmste schließen ließen. Ca. 1 Stunde vor der Dunkelheit um diese Jahreszeit wohlgemerkt. Als ich da so mehr oder weniger gemütlich Kalorien verbrannte und auch schon sagen wir mal 6 Hunde samt Herr-/Frauchen überholt bzw. hinter mir gelassen hatte kam nach einer Kurve auf freier Bahn eine Rotte von ungefähr 20 Rentnern samt mindestens ebensovielen bellenden Kotmaschinen in Sicht. Fröhlich MITTEN AUF DEM WEG am Rumpalavern. Nachdem netterweise ca. 1/5 des Haufens aufgrund einer gesunden Wahrnehmungsfähigkeit sich und ihre Tölen von der Bahn entfernt hatten erwartete ich dies auch vom Rest, doch weit gefehlt. Je näher ich kam, desto unverdrossener blieben die tierlieben Altnazis stehen, bis mir dann mitten im Feindeslager ein genervtes “Wäre nett wenn sie mal Platz machen würden!” entfleuchte während ich mich rigide schubsend einen Weg durch die Vollassis bahnte, und das mit einem ebenso genervten “Wir haben doch Platz gemacht!” beantwortet wurde. Von wegen… Platz gemacht haben nur eure kackenden Hunde auf dem Weg, mir im Weg seiend. Typisch Hundebesitzer, die Könige der Gehwege! Wenn ihr mir an einem öffentlichen See nochmal so arrogant-besitzergreifend kommt informiere ich das Simon-Wiesenthal-Zentrum und den Mossad!!!
Fragt nicht nach meiner Examensarbeit.
*Edit* np. Enmity-Illuminations of Vile Engorgement (zum Abreagieren), dann: Adorned Brood-Hiltia
29. September 05: Zwischenstopp beim Beate Uhse Sexshop an der Autobahnraste Eisenach. Wir können uns nicht über den Kauf einer Porno DVD für den Bulli einigen, die Amis sind aber vom Angebot an Riesendicken-Long Dong-Dildos beeindruckt. Scheisste kauft “für seine Freundin” nen Cockring mit eingebautem vibrierenden Klitorisstimulator… Das AJZ Chemnitz ist echt ein geiles Teil. Viele Betten, Duschen, Klos, mehrere Konzertsäle. Bei Ankunft am späten Nachmittag gibts erstmal “Arrival meal” (Schnittchen, Kaffee, Obst), später dann richtiges, warmes (!) Abendessen! Kult! Wäsche waschen, aufbauen… Konzert geht in Ordnung auch wenn es an diesem Donnerstag nicht wirklich viele Besucher angezogen hat. Originalansage Wormed: “Hi, we are Wörmed from the Spain.” Aftershowparty bis 4 Uhr, dann relativ früh raus, ab nach Bremen. PS. Ostbier ist bäh.
30. September 05: Ein gelungener Abend auf allen Ebenen. Extra für c:g: Katrin war auch da. Viele Leute, viele Verkäufe, geiles Catering, geile Shows von allen Bands die ich allerdings nicht gesehen habe, begeisterte Besucher. Dann verabschieden von Wörmed, vielleicht machen wir da mal ein paar Shows in Spanien zusammen. Die haben noch eine lange Nacht und den nächsten ganzen Tag für ihre Rückreise, mit ihrem ganzen Gepäck und merchandise teilweise mit der Bahn vor sich weil der Schlagzeuger mit seiner Heavy Metal Band dann schon wieder einen Auftritt hat. Sick! Der Basser soll am Flughafen geweint haben.
01. Oktober 05: Wahrscheinlich die geilste Show der Tour in der Rockdisco Turock in Essen. Riesenbühne, akzeptabler Sound. Besucheranzahl eher mau. Hassobjekt des Tages: Eine Vorband die sich 1. gleich zu Anfang bei uns Tourbands im Backstage einnistet obwohl sie dort nichts zu suchen haben 2. permanent den Bierkühlschrank leersäuft 3. ne halbe Stunde Verzögerung ins Billing bringt weil der Scheissdrummer im Sinne des Wortes alles umgestellt haben will 4. noch vor 12 Uhr in den Backstagetoiletten an die Wand kotzen. Nächstes Mal Rübe ab! Wir geben in der anschließenden Metaldisco nochmal alles inkl. Tanzen, Mitsingen, Weiber angucken ähem. Von der Dönersession im Anschluß und der kompletten Rückfahrt nach Wermelskirchen weiß ich nur noch wenig. 4 Stunden Schlaf.
2. Oktober 05: Noch besoffen gehts erstmal an die Tanke, Brötchen und Getränke kaufen. Anschließende Horrorfahrt mit unzähligen Verfahrern nach Tilburg/Holland in eine superkleine Rockkneipe auf deren Mini-Minibühne sogar sonst große Touren wie Ektomorf und Cannibal Corpse stehen. Verspätete Ankunft. Ich glaub ich kipp gleich um vor Erschöpfung… 2. Gitarrenbox die gestellt werden sollte entpuppt sich als Mini-Hughes & Kettner Combo. Sound ist aber dennoch überraschend gut, Pizza als Catering und sogar noch ein wenig Merch verkauft. Lance und Rons erster Gang führt in einen Coffeeshop, spielen beide total dicht… 22 Uhr großes Abschiednehmen. Wir sind eingeladen nach New York zum Pizza essen, weil die speziellen Pizzen da nämlich viel besser schmecken als die in Chicago. Und zum Spielen und Rumhängen natürlich. Mit 160 kmh nach Hause.
Fazit: Die geilsten und anstrengendsten 2 1/2 Wochen meines Lebens. Jetzt Halbalkoholiker, fette Bierwampe und psychisch labil. Totalerschöpfung auskuriert in ca. 3 Wochen. C ya all on Tour baby.
