Gerade bei “Kontraste” im Ersten: Ein kritischer Beitrag zum neu - alten Schulterschluss konservativer Politiker (in diesem Fall von CDU/CSU) und christlichen Fundamentalisten, Gotteslästerung (natürlich nur die in ihrem Sinne = gegen das Christentum gerichtet) stärker zu bestrafen und die Trennung von Kirche und Staat aufzuweichen. Und es war echt unglaublich was man da zu sehen bekam: Völlig humorlose Christ”demokraten”, die verjährte satirische “Titanic”-Titelblätter und taz-Überschriften (”Balkensepp”) am liebsten strafrechtlich verfolgen lassen würden, tattrige und zittrige Greise einer bayrischen katholischen Institution (deren Name mir leider entfallen ist), die satirische Seitenhiebe auf das Christentum als gegen die Menschenwürde verstoßend bezeichnen und CSU-Politikerinnen, die ein Eingreifen und deutliche Parteinahme des Staates pro Christen fordern, aber auf Nachfrage noch nicht einmal präzisieren können, was für “heilige” Werte denn nun unter genaue Beobachtung gestellt werden sollen und wer die überhaupt definieren soll. “Popetown” ist bei allen Herrschaften natürlich geschmacklos, verantwortungslos und absolut unwürdig.
Was für ein Karnevalsverein. Glücklicherweise gabs auch treffende Kommentare und Erklärungen eines Strafrechtsexperten. Zum Beispiel dass wir in einer Demokratie leben (jedenfalls dem Namen nach), dort Satire von der Meinungsfreiheit gedeckt ist und das Religion Privatsache sei. Wenn die Aufklärung sicher auch diskussionswürdige “Folgeschäden” aufweist, hier sollte eine Errungenschaft wie der säkuläre Staat vehement verteidigt werden.

np. Velvet Underground - Venus in Furs