Die Anfänge des (politischen) Islam in Deutschland
Gerade gesehen: Zwischen Halbmond und Hakenkreuz im Ersten. Interessant, da haben die Nazis damals wohl nichtrussische sowjetische Kriegsgefangene aus von Stalin unterjochten und als Teilrepubliken dem Sowjetreich einverleibten, teilweise eben muslimischen Völkern für Freiwilligenverbände im Kampf gegen den roten Diktator eingesetzt. Nachdem nach Kriegsende die meisten von ihnen wahrscheinlich spätestens im Archipel Gulag umgekommen sind, haben einige muslimische Ex-Soldaten in Deutschland weiter vor muslimischem Hintergrund antikommunistische Politik und Propaganda betrieben. Nach anfänglichen, aber im Endeffekt gescheiterten Förderungen und Instrumentalisierungsversuchen der USA wie auch der jungen Bundesrepublik (hier gab es sogar Verstrickungen auf Ministerebene) haben sich im Laufe der Jahre und nach dem Tod/Rückzug der alten nationalen, aber nicht fundamentalistischen Frontkämpfer radikalere, auch im Ausland geschulte jüngere Kräfte in diversen wachsenden Vereinigungen und Organisationen der Verbreitung und Pflege des Islams in Deutschland und Europa verschrieben. Im Film wurde unter anderem über personelle wie auch ideelle Vernetzungen zwischen der IGD, radikalislamischen Vordenkern und Tätern der Anschläge auf das World Trade Center 1993 berichtet.
Soweit die Kurzfassung. Die Sendung vermittelte, trotz schon gewohnter Schwächen in Aufmachung und Unterton (natürlich musste die im thematischen Zusammenhang meiner Meinung nach völlig zu vernachlässigende Judenvernichtung erwähnt und bebildert werden) einen interessanten Einblick in die Anfänge und die Entwicklung dieser Religion und ihrer Förderer in Deutschland - wie der Karikaturen-, der Kopftuchstreit und der Fall der Weddinger Schule zeigen ein hochaktuelles Thema.
np. “And then there were three” 3-way Split CD
