So, nachdem ich am Heiligabend-Nachmittag schwung- und stilvoll meinen Wagen in die Leitplanke gesetzt habe und die letzten Tage wieder mal ca. 2000 km bei Sturm und Regen quer durch West- und Mitteldeutschland geeiert bin gibt es hier auch mal wieder was Neues. Sol Invictus am Silvesterabend live im Hellraiser in Leipzig - und wir waren dabei.
Nachdem unsere Nachmittagsruhe in der Pension durch die wahre Batterien von Böllern abfeuernde Leipziger Vorstadtjugend derart jäh gestört worden war, dass man dachte der Russe steht erneut vor den Toren der Stadt, ging es mangels Zeit ohne Abendessen, dafür mit Rotwein bewaffnet Richtung Hellraiser. Nach ein wenig Anstehen in der Kälte wurde drinnen erst einmal vernommen, dass Nebelung krankheitsbedingt nicht spielen würden. Machte aber zumindest mir nichts, da der als sehr, sehr spontaner “Ersatz” ein paar Lieder auf der Akustikgitarre zu besten gebende Frank Machau von Orplid und Primus Inter Pares mir wahrscheinlich eh viel besser gefiel. Neue und alte Orplid (und auch Primus Inter Pares? - ich kannte nicht alle Stücke) Lieder wechselten sich ab, und als am Ende “Im Sturm” in einer beeindruckenden und mitreissenden Soloversion dargeboten wurde, hatte der sympathisch-aufgeregt wirkende Machau komplett gewonnen. Super!


Frank Machau

Ein paar Ur-Köstritzer und einige “wenige” Einkäufe später war es dann Zeit für die vorzeitige Hauptband des Abends Sol Invictus. Zum ersten Mal live gesehen, und sie konnten überzeugen. Auch hier Klassiker aus allen Schaffensperioden (”Black Easter” als Zugabe) plus einige neue und Solostücke von Herrn Wakeford.


Sol Invictus (dankend Nonpop entlehnt) ;-)

Bereichernd ins Auge (und Ohr) stach Neuzugang Andrew King an Trommel und Glockenspiel, der auch ein, zwei Lieder alleine sang - sehr gut, erinnerte an traditionelle Stücke von Fire + Ice. Auf jeden Fall passt der etwas schrullige Engländer gut zu Sol Invictus.


Andrew King

Gegen Mitternacht gab es dann Gelegenheit sich kurz in den Armen zu liegen, bevor die Italiener Spiritual Front einmal mehr die Bühne enterten und einen routinierten und abgefeierten, wenn auch wenig überraschenden Auftritt absolvierten. Bei einem letzten Bierchen klang die Veranstaltung dann mit gut ausgewältem Neofolk im angrenzenden Tanzbereich “chillig” aus.
Nach Hause ging es - nein, nicht nach zwei Stunden Wartezeit im Regen mit dem Taxi, sondern bei einem aus Mitleid anhaltenden Pärchen, dass uns und einen extra angereisten Italiener zum Bahnhof mitnahm, jedoch leicht intolerant war (”Was, wir haben einen Wessi im Auto?”). ;-)
Alles in allem ein gelungener Abend, der nach Wiederholung schreit.

np. Stielas Storhett - Vandrer…