Ich halte es zwar für naiv “gegen die Globalisierung” zu “demonstrieren”, legitim ist es allemal. Was sich gestern jedoch in Rostock ereignet hat, habe ich als Nachgeborener der Studentenrevolte von 68 noch nicht in Deutschland erlebt. Da unterwandern(!?) autonome Schlägertrupps die Demonstration und die Protestzüge (die übrigens weit weniger Teilnehmer hatten als von den Veranstaltern erhofft) und verletzen über 400 Polizisten teils schwer, u. a. mit in Einkaufswagen bereitgestellten Pflastersteinen. Und was sagen die Veranstalter? Die Polizei hätte nicht deeskalierend gewirkt, sondern provoziert, Schuld hätten nicht deutsche, sondern zugereiste autonome Gruppen, überhaupt war die ganze Veranstaltung ja überwiegend friedlich. So friedlich, dass dann sogar Redner auf der Hauptbühne noch vom “Krieg” sprachen und die Meute anheizten. Weltfremde Betriebsblinde wie Ströbele faseln da noch was vom “Karneval der Kulturen” und geben natürlich auch der Polizei die Schuld. Komisch, von Bedauern über massenweise verletzte Polizeibeamte konnte ich in seinen Ausführungen nichts entdecken. Ebensowenig wie bei den übrigen, sonst immer vorschnell in die Medien preschenden hysterischen Berufsempörern wie C. Roth, wenn irgendwo 10 Neonazitrottel 30 Minuten um den Block demonstrieren. Diese Typen, wie auch unser mediengeiles Vorzeigeopfer V. Beck, der immer am liebsten zu den Demonatrationen hinfliegt wo er öffentlichkeitswirksam zusammengschlagen wird, schweigen nämlich lieber gleich, schließlich ist das alles voll in ihrem Sinne (ich sollte betonen dass ich natürlich nichts gegen Homosexuelle an sich habe). Naja, wenn sogar Merkel den Protest gegen die von ihrer Politik mitgetragene Globalisierung ausdrücklich befürwortet…
Hauptsache, Familienväter in Polizeiuniform können sich von verkrachten Existenzen, die alle für “Arschlöcher” halten, die “gegen den Sozialismus” sind, auf der Straße den Schädel einschlagen lassen, weil die Gutmenschen ja für eine bessere Welt sind. Da krieg ich Brechreiz.
Edit: So einen fantastisch klaren Artikel zum Thema hätte ich SPON nicht zugetraut. Hier wird Tacheles geredet!
np. Cloud Temple - Funeral Dirge ov thee Crowe King

Am besten ist ja auch noch der “Auslöser”.
Ein Polizeiwagen, der angeblich unbeaufsichtig und vor allem “provokativ” an der Strecke des Protestzuges stand. Wie auch immer ein geparktes Auto provozieren kann. Zu mal nach den Fernsehbildern dieses Auto ganz und gar nicht unbeaufsichtigt war, wurde es doch schliesslich weggefahren.
Aber richtig, die mediengeilen Politiker haben mich auch schon wieder aufgeregt ohne Ende. Vor allem fand ich es mehr als Stumpf und völlig fehlgeleitet, dass sich die Protestler auch gleich wieder für eben diese Leute und diese Parteien haben einspannen lassen. Denn wessen Werbung und Spruchbänder waren in der ersten Reihe, schön medienwirksam zu sehen? Natürlich ausschliesslich Parteispruchbänder. Komisch.Komisch.
Da sieht man mal wieder, dass viele dieser Leute völlig unreflektiert sind und handeln.
Die Brutalität und Härte der Autonomen hat mich im übrigen gar nicht überrascht.
Nebenbei dürften sie damit aber auch dafür gesorgt haben, dass sicherlich keine Demo mehr bis 200m an den Zaun darf. Man sieht ja jetzt deutlich wohin das führen würde.
Comment by Hatebreeder — June 3, 2007 @ 9:51 am
Ne, überrascht hat mich das auch nicht. Und Ströbele, das Naivchen, hält vor ein paar Tagen das Polizeiaufgebot noch für viel zu hoch und provozierend… wahrscheinlich WOLLTE er Randale.
Comment by Wichtelmeister — June 3, 2007 @ 9:55 am
Ach und natürlich waren das alles ausländische böse Autonome. Deutsche würden doch so etwas nie machen?! Solche Aussagen kommen von den Organisatoren auch noch dazu. Ebenfalls völlig unreflektiert. Weiss man doch nicht zu letzt nach den Aktionen in Kopenhagen wegen des Jugendzentrums, dass viele Deutsche dabei waren.
Wie blauäugig kann man eigentlich noch sein?! Aber gut, wenn der Staat der Feind ist, dann ist der Staat der Feind und dessen Feinde wohl meine Freunde…
Comment by Hatebreeder — June 3, 2007 @ 9:58 am
Deshalb werde ich mich niemals nie an irgendeiner Demonstration beteiligen. Es gibt einfach zu viele Leute, die so eine Gelegenheit ausnutzen und meinen sie müssten Krawall machen. Mir hat heute morgen schon das (Fussball)volk gereicht, welches hier besoffen, laut schreiend durch die Straße zog.
Comment by Hoshi — June 3, 2007 @ 11:31 am
Ja, der gute Mohr sieht viele Dinge doch sehr anders. Das ist ein wirklich guter beim Spiegel…
Comment by Hatebreeder — June 3, 2007 @ 3:44 pm
Ich würde einige Formulierungen im Beitrag etwas umschreiben. Abmahner sind momentan in den Blogs unterwegs: http://www.spreeblick.com/2006/10/05/darf-ich-das-bloggen/
Comment by cfk — June 3, 2007 @ 9:21 pm
http://www.spiegel.de/videoplayer/0,6298,18686,00.html
Hier noch ein recht interessantes Video zu dem Thema von SPON.
Gut zu erkennen ist, dass die Autonomen wahrlos gewüttet haben und einfach Existenzen zerstören. Wie die des Kneipiers oder auch den Besitzern der brennenden Autos.
Dass, der Sprecher des Linkenbündnisses sich der Sprache der Autonomen bedient ist eigentlich auch wieder typisch für die Vermischung und Unreflektiertheit dieser Szene.
Comment by Hatebreeder — June 4, 2007 @ 4:24 pm
Ich begreif ja nicht, warum da nicht einfach mit Gummischrot durchgegriffen wird. Ich war ja in einem früheren Leben selbst glühender Sozialist. Bis ich den Che Guevara gelesen hab. Der empfiehlt unter anderem Landminen, weil ein Schwerverletzter mehr gegnerische Kräfte bindet als ein Toter, und betont an verschiedenen Stellen, dass ein Polizist oder Soldat nicht als Mensch, sondern nur als zu vernichtender Repräsentant des Systems gesehen müsse. Seitdem bin ich mit der Linken fertig. Von mir aus könnten sie schon Typen, die mit nem Che-Shirt rumlaufen, 3 Monate einknasten. BTW: Wären diese Krawallmacher von der PKK, würden längst die NATO-Panzer rollen. Aber bei den Herren Anwaltssöhnchen wagt man kaum die Hand zu heben. Rassismus? Klassenjustiz?
Comment by Wilderer — June 6, 2007 @ 7:11 pm
Das ist das Menetekel Nachkriegsdeutschlands und der Post-68er:
Eine völlige Verschiebung der Verhältnismäßigkeiten, abgerundet mit einer gehörigen Portion Komplexe und garniert mit einem Schuss Abenteuerlust aus Zivilisationsmüdigkeit.
Comment by Wichtelmeister — June 7, 2007 @ 8:45 am