Vorgestern gratis Konzert hier in der Stadt: “Rock gegen Rechts, endlich Ferien”. Das eine für das moralisch blitzblanke Gewissen, das andere, um die Leute überhaupt zum Kommen, Bands gucken (nachrangig) und Saufen (vorrangig) zu bewegen. Man musiziert und feiert also gegen “Rechts”. Nicht gegen “Nazis”, auch nicht gegen “Faschismus”, nein: ganz pauschal-allgemein gegen “Rechts”. Super, das ist doch was! Das Problem an der ganzen Sache: Die überzeugten Palituch-tragenden “Antifaschisten” kommen sowieso, weil wegen Saufen, “Zeichen setzen” und “dagegen sein” und so. Die eigentlichen Adressaten aus den Vierteln (lies: Ghettos), wo es in der 1 Mutter/6 Kinder-Familie, im Schrotthändlerclan und der eh miteinander versippten Nachbarschaft völlig normal ist, “Hitler war voll geil, ey” herumzuposaunen, kommen doch wegen so einem Scheiß, wo nicht nicht mal ein anständiger Hip Hopper aus der eigenen Schicht seine dicken Eier präsentiert, eh nicht aus ihren Löchern hervor. So blieb die aus weltgewandten Gymnasiasten und Alt-68er Sozialarbeitern bestehende Gutmenschlichkeit höchstwahrscheinlich mehr oder weniger unter sich, liess sich volllaufen, sonnte sich in der eigenen moralischen Überlegenheit und torkelte anschließend in der Gewissheit nach Hause, dass öffentliche Gelder sinnvoll angelegt worden sind und man wieder was für den Weltfrieden getan hat. Wahrscheinlich hätte ich jedoch von einem besoffenen Punk wegen meinem “Nazi”-Thorshammer noch Prügel angedroht bekommen.
Bei uns lagen auch Flyer und Plakate rum. Aber *piep* nicht geschafft *piep* rechtzeitig *piep* verteilen.