Das Ausmaß, in dem sich SPON die letzten 10 Tage wieder reflexhaft auf ein bestimmtes Thema eingeschossen hat und mutmaßlich versucht hat, die BLÖD-Zeitung in der Anzahl reißerisch-dämlicher Überschriften zu übertreffen, ist schon sagenhaft. Dieser Artikel ist aber schon wieder so geil, der geht fast gar nicht. Die Kampagne rollt und rollt…
Wie dieser Bürgermeister kommuniziert und handelt finde ich, irgendwie… bürgermeistermäßig. Warum muss ein Bürgermeister auch sofort einstimmen in den Klagechor der Schreihälse und nicht irgendwie versuchen, Kraft seines Amtes Schaden abzuwenden von seinen Bürgern und seiner Stadt. Verständlich. Ob das im Mügelner Fall nun sehr durchdacht war, naja, wohl eher mindestens blauäugig, erfolgreich war es jedenfalls nicht.
Oh, die JF. Pöse, Pöse. Die JF kann man durchaus kritisch sehen (und ja, das mache ich durchaus auch!), wer aber heute noch derartiges Geschreibsel veröffentlicht
Also gilt das Blatt einstweilen als Hauptorgan der sogenannten “Neuen Rechten”. Politikwissenschaftler schreiben dem Blatt eine Scharnierfunktion zwischen demokratischen Konservatismus und der extremen Rechten zu. Die sächsische Grünen-Fraktionschefin Antje Hermenau nennt das Wochenblatt heute das “Zentralorgan für deutschnationalen Verfolgungswahn”.
kriegt oder will wohl eindeutig Geld aus den Fördertöpfen des “Kampfes gegen Rechts”. Für Demokratie und Meinungsfreiheit ist man jedenfalls nicht.
Der Mügelner Bürgermeister habe das Problem des Rassismus noch immer nicht begriffen, stellt Sachsens Grünen-Fraktionschefin Hermenau heute fest. Dafür sei das Interview ein weiterer Beweis. Ihre Bundeskollegin Renate Künast fordert Deuses Rücktritt: “Der Bürgermeister von Mügeln muss weg.” Auch SPD-Innenpolitiker Sebastian Edathy legt Deuse den Rückzug nahe. Die sächsische Linksfraktion nennt ihn “untragbar”.
Wenn ich sowas lese, “der muss weg”, da kommt mir das Kotzen. Am besten gleich ins Lager oder was? In was für einem Bananenstaat leben wir denn? “…stellt Sachsens Grünen-Fraktionschefin Hermenau heute fest.” Seit wann ist ein Verdacht, eine Ansicht eine Feststellung? Und das ist dann gleich Gesetz und unumstößliche Wahrheit, ja? Wahrscheinlicher haben etliche Politiker nichts begriffen und reden irgendwelchen Humbug daher, nur um ihren Arsch in Lohn, Brot und Gespräch zu halten.
Die “Junge Freiheit” versucht sich einstweilen bei den Mügelnern mit ihrer Berichterstattung als das einzig wahrheitsliebende Organ anzubiedern. Sie schreibt ausführlich über eine angebliche Medienkampagne gegen das Städtchen. Mitarbeiter verteilten heute auf dem Marktplatz, wo die Hetzjagd auf die acht Inder begann, die neue Ausgabe ihrer Postille, steckten in fast jeden Briefkasten ein Exemplar.
Jeder, der in den letzten Tagen aufmerksam die (Leit)Medien verfolgt hat, kann sich zu dem “angeblich” jetzt was denken. Im Übrigen versucht die JF natürlich aus dieser Sache Kapital zu schlagen. Ebenso wie sich der “Spiegel” schon lange kritische Berichterstattung abgewöhnt hat und lieber im Mainstream mitpubliziert. Wobei sich SPON natürlich nirgendwo anbiedert… allein schon die Wortwahl ist hier entlarvend. Jedenfalls handeln beide Organe einfach ihrer Ausrichtung entsprechend. Die JF bringt dabei jedoch Informationen, die man auf SPON bewusst nicht auftischt. Soviel zum “wahrheitsliebend”.
Leserwerbung mit Legenden.
So eine Heuchelei, SPON über sich selbst. Wer unmittelbar nach derartigen Vorfällen den allseits bekannten Institutionen und Politikern ein Forum bietet, ihre auf Halbwissen und ideologischer Verbohrtheit beruhenden Mutmaßungen, Vorverurteilungen und Anklagen herauszuposaunen (ich sage nur “Hetzjagd durch die ganze Stadt”), oder am besten noch gleich zur Headline umfunktioniert, sollte lieber den PC auslassen.
Und das solche Sorgen geäußert werden liegt wohl eher weniger an konkreten fremdenfeindlichen Vorfällen (die es ja auf jeden Fall gibt), sondern mehr an den völlig durchgedrehten und ausufernden Medienkampagnen nach jeder Kleinstadtkeilerei.
Hervorhebungen sind natürlich von mir… brauch jetzt Snus, sonst dreh ich noch durch.