Weil mich das Strohwitwerdasein momentan etwas langweilt, und trotz chronischer Faulheit und drängendem Lehrprobentermin, gestern irrsinigerweise zum Zwischenwelten Festival auf die Festung Ehrenbreitstein in Koblenz gefahren. Bier in die Tasche, Snus in die Backen, und ab dafür. Und ich muss sagen, es war ein nettes kleines Festival, vor allem der Absinthstand war sehr… interessant. Den hier sollte ich auf jeden Fall im Auge behalten. Zu bemängeln war eigentlich nur, dass zwei “richtige” Fresstände plus ein Crêpewagen für alle Besucher reichen sollten und die Warteschlangen davor entsprechend lang waren. Preislich gab es eigentlich nix zu mäkeln (Bier 0,4l für 2,50€). Nunja, nachdem Neun Welten angenehm überraschten (schmeisst aber den Rockschlagzeuger raus!) und Spiritual Front bis auf zwei überflüssige Ausnahmen routiniert ihr gewohntes Set spielten, überzeugten vor allem Tenhi mit einem intensiven und intimen Auftritt. Ist mir völlig unverständlich, wie man als Musiker auf einem Freiluftfestival mit vielen schnatternden Betrunkenen derart versunken und abwesend seine Musik darbieten kann… jeder Ton saß. Übergeil! Über die albern-langweiligen Epileptischen Reiter sowie die unsagbar grottigen Samsons Abschaum hülle ich hier mal galant den Mantel des Schweigens… Dornenreichs Akustik-Performance war am Ende zwar gelungen, aber nicht als Headliner geeignet. Obwohl ich da auch immer wieder rätsele, ob ich den Gesang nun für einzigartig oder schlicht peinlich und überzogen halten soll. Danach noch ein paar kleine Absinth gekippt und ab ins Auto zum Ablegen…
Alles in allem: Wenn nächstes Jahr wieder gute Bands auf die Festung kommen, komme ich auch wieder hin. Das Plakat sollte nächstes Jahr allerdings nicht mehr ganz so kindisch ausfallen.