
Ich denke dies wird wohl der letzte Beitrag für dieses Jahr. Die Schulzeit läuft langsam aus, meine Geduld ebenso. Noch zwei Weihnachtsfeiern, dann ist es geschafft und es darf sich für die Strapazen belohnt werden. Der Schweizurlaub

Mal was Konstruktives aus der Nachbarschaft: Botanik Holokaust Metal, inspiriert von den waldigen Dickichten… nein, nicht Thüringens.
Nach Weihnachten kommt ja schon bald wieder Karneval…

Nach fünf(!) Wochen Warterei und allerlei Irrungen und Wirrungen ist es heute endlich angekommen: das neue Loits Album “Must”, natürlich als Limited Edition Version mit Karten, Sticker, einer gleichstarken Bonus EP und einer höchst unterhaltsamen Multimediasektion. Vom Layout her wieder atemberaubend verpackt, wird erneut gerockt und gerollt das die Schwarte kracht, mit einigen übriggebliebenen Black Metal Einsprengseln als Sahnehäubchen. Allerdings zündet die Scheibe nicht so schnell wie der Vorgänger. Konzeptionell sind die Esten nicht unumstritten, beschäftigt man sich doch mit den estnischen Freischärlern der “Wood Broothers” und den Freiwilligen, die im Zweiten Weltkrieg an der Seite der Deutschen gegen die Sowjets kämpften. Sowas ist im Land der “Nazometer”-Empörung und Jusos mit falschen Freunden nicht gern gesehen/gehört, allerdings kommt man mit gequält-”antifaschistischer” political correctness bei den historisch arg gebeutelten Osteseeanrainern meiner Ansicht nach eh nicht weit, da die Dinge dort komplizierter waren und sind als manche schlichten Gemüter es gerne hätten, die den historischen wie zeitgenössischen (Estland als junge, gerade wieder unabhängige Nation) Kontext gerne ausblenden oder passend reduzieren. Trotz (oder wegen?) der lyrischen/visuellen Radikalität ihrer frühen Jahre sind Loits in ihrer Heimat Superstars und der größte musikalische Exportartikel, die populärste Metalband des Landes sowieso, was für komplett anders sozialisierte Bundesdeutsche irritierend wirken muss. Allerdings ist der militaristische Aspekt beim neuen Material auch einer subtileren Nostalgie gewichen. Alles in allem eine ambivalente Sache, jedoch ein musikalischer Höchstgenuss, der schlicht rockt und Laune macht. Hörproben gibts hier.
Dunkle Zeit, Kalorienzeit. Was in früheren Epochen existenziell nötig gewesen sein mag, um gut bespeckt über den Winter zu kommen, führt wohl nicht nur bei mir jedes Jahr aufs Neue zu einer Belastungsprobe der hauseigenen Körperfettwaage. Aber: Ich liebe diese Zeit! Glühwein, Lumumba, Waffeln, Plätzchen, Kerzen, Tannengrün, Obstbrand, gemütlich zusammensitzen, Triakel hören… Und eventuell gibts dann bald auch noch archaische Umzüge zu bestaunen. Nur das Wetter spielt (noch?) nicht mit. Ist mit ca. 10 Grad definitiv zu warm hier, und zu feucht allemal. Mal schauen was der Winter noch so bringt.