Man kennt es inzwischen zur Genüge. Trotzdem ist es immer wieder zum Kotzen.
Es war geplant, am Montag in Darmstadt Wolves In The Throne Room zu gucken.
Ihr wisst schon, die amerikanischen Eremiten-Black Metaller aus den pazifisch-nordwestlichen Urwäldern. Heute Mitteilung von einem Freund: Konzert abgesagt, Vorwurf “Naziband”. Trotz eindeutiger Statements. Der deutscher Booker und Freund der Band wird über den mutigen Widerstand des autonomen JuZ gegen die “Faschos” natürlich nicht informiert, sondern erfährt dies ebenfalls nur durch Gerüchte und auf Eigeninitiative. Soviel Eier in der Hose hat man dann doch nicht. Antifaüberfälle auf dem WGT letztes Jahr, DKP-Mitglied im niedersächsischen Landtag, grundlose Konzertabsagen infolge der Nazikeule: Die Luft wird dünner im politisch korrekten Absurdistan des Jahres 2008.
Heute die zweite Examensarbeit abgegeben. Endlich bin ich diesen Mist los. Trotzdem Frust: Keiner will/kann dieses Ereignis mit mir gebührend begießen und statt freien Wochenenden kommen in Kürze nochmal zwei Seminarstunden und ein Referat auf mich zu. Naja, dann ist aber auch endlich ein wenig Ruhe.
Muss ich halt alleine feiern. Pöh.
Alte Liebe rostet nicht. Auch wenn der aktive musikalische Werdegang anschließend ein paar Jahre in eine andere Richtung ging, blieben Alben wie “The Shadowthrone“, “Mellom Skogkledde Aaser” und (erst später) “The Dawn Of The Dying Sun” sowie einige wenige andere monumentale Zeugnisse norwegisch - schwarzmetallischer Tonkunst für mich. Immer noch kommen neue Kohorten aus dem Fjordland, viele reichen bei weitem nicht an die alten Größen der Früh- bis Mittneunziger heran (die größtenteils inzwischen selbst nur noch ein Schatten alten Glanzes sind), aber solange junge idealistische Recken wie Eljudner das Erbe derart würdig weiterführen, wird dieser so spezielle und unerreichte Black Metal Stil nicht sterben. “Daudingekvider” klingt exakt wie die Schnittmenge aus den drei oben genannten Werken: rauh, melodisch, episch, nordisch bis ins Mark. Heroischer Klargesang wechselt mit Keifen, geniale folkloristische Melodien sorgen für Gänsehaut, seltene Raserei für frostige Atmosphäre. Dabei setzt man für Fotos und Cover traditionell auf schwarz/weiß (was waren das noch für stimmungsvolle Cover damals: erste Dödheimsgard, erste Dimmu Borgir, Carpathian Forest MCD, Wongraven etc.), inszeniert sich selbstbewusst mit Corpsepaint, ist nicht substanziell heidnisch, aber dem Geist nach archaisch, stolz, kraftvoll und mächtig - einfach ehrlich “norwegisch” wie vor etwa eineinhalb Dekaden. Wer diese Zeit mit erlebt hat, weiß was ich meine. Ich habe dieses vor zwei Jahren veröffentlichte kleine Juwel, bei dem mich einerseits Melancholie und andererseits die gleichen Empfindungen wie in meiner Jugend überkommen, viel zu spät entdeckt. Ich weiß dass einigen das hier gefallen könnte, macht nicht den gleichen Fehler.
Gut das es mal jemand ausgesprochen hat.
Und falls jemand noch Fragen zur Deutschen Küche hat, die Deutsche Kochschau beantwortet sie - auch wenn nicht jeder Gag sitzt.
Interessanter Artikel. Entlarvend vor allem für die Verfechter einer quasi-Zensur von Internetblogs durch mehr Kontrolle. Oder wie soll man folgende Aussagen verstehen?
“Die Journalisten zweifelten an den Fähigkeiten der Blogger, warnten vor den Gefahren des “unkontrollierten Informationsflusses” und forderten mehr Regulierung. Insbesondere sollten für Onlinemedien Qualitätsstandards eingeführt werden.”
Die “Qualität” der bisherigen Massenmedien hat aber vielleicht auch mit zu dem Riesenhaufen an weblogs geführt?
“So malte der Intendant der Deutschen Welle, Erik Bettermann, das Szenario an die Wand, dass die Information durch Blogs “außer Kontrolle” geraten könnte.”
Wieso, weshalb, warum das? Hat da jemand Angst vor vielfältiger Konkurrenz?
“Auch der Medienwissenschaftler Marcel Machill von der Universität Leipzig stellte die inhaltliche Relevanz von Blogs in Frage. Blog-Suchmaschinen selektierten Blogs nicht nach inhaltlichen, sondern nach technischen Kriterien. Er forderte für das Internet genauso Regeln aufzustellen, wie dies für analoge Medien getan worden sei. “Das Internet kann kein illegaler Raum sein”, sagte Machill.”
Darum geht es gar nicht. Natürlich schreiben viele Blogs Müll (wie dieser auch
), aber warum sollte man da irgendetwas reglementieren? Die “etwas andere Information” macht doch gerade den Reiz von weblogs aus. Mir scheint dass hier ganz einfach missliebige Meinungen unterdrückt werden sollen. Wie war das noch mit dem Grundrecht auf Meinungsfreiheit?
“Der Vorsitzende der Medienkommission der SPD, Marc Jan Eumann, forderte, die Medienkompetenz der Menschen zu stärken. “Das ist in einer Mediengesellschaft eine Schlüsselqualifikation, damit Menschen Informationen korrekt einordnen und abschätzen können, welche Wirkungen sie mit der Veröffentlichung von Informationen auslösen”, sagte er.”
Nichts gegen einzuwenden. Mit der erworbenen Medienkompetenz kann man dann ja die gleichgeschalteten Massenmedien kritisch gegenlesen. Vom Regen in die Traufe, Herr SPD-Mann Eumann.
“Der Programmdirektor der Deutschen Welle, Christian Gramsch, betonte, dass Journalisten in Zukunft weiter eine wichtige Rolle spielen werden. Sie seien die Profis, die am besten richtige und falsche Informationen einordnen und kommentieren könnten.”
Professionelle Arbeit stelle ich mir aber anders vor, wenn ich manchmal so gängige Artikel der “Medienprofis” lese. Nicht seriöse Information, sondern reine Propaganda und Desinformation mit Tendenz zur bewussten Manipulation beherrschen das Bild (nicht nur bei BILD, sondern auch im Feuilleton der “ZEIT” beispielsweise
).
Hier wollen billige Meinungsmacher ihre Pfründe sichern, nicht anderes. Von den sinkenden Auflagenzahlen der Printmedien fange ich jetzt nicht an.
“Mehrere Blogger forderten die Politik auf, den Web-Autoren Zeit zu lassen. Schon jetzt würden sich langsam Qualitätsstandards etablieren.”
Umso besser. Eine Gegenöffentlichkeit mit Verstand ist die beste Aufklärungsform heuzutage.
Ach, ich fühl’ es
Ach, ich fühl’ es! Keine Tugend
Ist so recht nach meinem Sinn;
Stets befind’ ich mich am wohlsten,
Wenn ich damit fertig bin.
Dahingegen so ein Laster,
Ja, das macht mir viel Pläsier;
Und ich hab’ die hübschen Sachen
Lieber vor als hinter mir.
Wilhelm Busch (1832-1908)

Spätestens mit dem neuen Album “Veleno de Teixo” (”Gift der Eibe”) müsste nun auch endlich Vindaloo - Hoshi auf die galicischen Sangre Cavallum aufmerksam werden. Musikalisch neben zeitgenössischer (Neo)Folk- und Industrialkultur vor allem in ihrer Heimat im Norden der iberischen Halbinsel verwurzelt (klimatisch der Bretagne nicht unähnlich), drehen sich die Lieder thematisch um die Traditionen Callaecias, die vorchristliche castros - Kultur und die heilige Eibe, der interessanterweise wie in der germanisch - mitteleuropäischen Überlieferung als “Baum des Todes” und Mittlerin zwischen den Welten gesehen wird. Dabei wurden die moderneren psychedelischen Elemente des Vorgängers “Pátria Granítica” etwas zurückgeschraubt und noch mehr Wert auf traditionelle Instrumente und auf, ich nenne es mal “mittelalterliches” Flair, gelegt, was die Scheibe ausgereifter und runder klingen lässt.
Als guter Einstieg in das Werk dieser Gruppe kann zudem auch die Retrospektive “Troadouro” dienen, die auf zwei CDs und 150 Minuten(!) Demos, Samplerbeiträge, Livestücke und unveröffentlichtes Material beinhaltet. Sollte man im Auge behalten.
Achja, wenn jemand im Lotto gewonnen hat oder mir was vererben will, hab gestern zufällig bei einem Immobilienmakler ein Domizil erspäht, das meiner Traumhütte bis jetzt am nächsten kommt. Komplett Holz innen wie außen, fast neu, groß, eher Randlage, Blick aufs Grüne, Streuobstwiese hinterm Haus, in der Eifel! Über den Preis reden wir mal lieber später…
- Mehr “Saufen”
- Mehr Snus
- Öfter auf die Piste/Weggehen
- Mehr Konzerte/Festivals
(das alte Jahr war doch in vielerlei Hinsicht arg asketisch…)
Aber auch:
- Mehr Disziplin
- Mehr Sport
- Bauch weg Training ![]()
- Öfter “richtig” kochen statt Tütenfraß nach der Schule (beißt sich das jetzt mit anderen Vorsätzen?)
- Mehr Freundschaften pflegen
- Mehr Bücher lesen
- Mehr Natur
- die richtigen Entscheidungen fürs Leben treffen
- Skandinavien im Sommer
- Wohnstatt in der Eifel(?)
Wusste gar nicht dass meine Tage im Jahr 2008 48 Stunden haben…
Geilstes Zitat des vergangenen Jahres als Nachtrag:
“If you listen to Black Metal, but don`t know what phase the moon is in, or what wild flowers are blooming then you have failed.”
