Interessanter Artikel. Entlarvend vor allem für die Verfechter einer quasi-Zensur von Internetblogs durch mehr Kontrolle. Oder wie soll man folgende Aussagen verstehen?

“Die Journalisten zweifelten an den Fähigkeiten der Blogger, warnten vor den Gefahren des “unkontrollierten Informationsflusses” und forderten mehr Regulierung. Insbesondere sollten für Onlinemedien Qualitätsstandards eingeführt werden.”

Die “Qualität” der bisherigen Massenmedien hat aber vielleicht auch mit zu dem Riesenhaufen an weblogs geführt?

“So malte der Intendant der Deutschen Welle, Erik Bettermann, das Szenario an die Wand, dass die Information durch Blogs “außer Kontrolle” geraten könnte.”

Wieso, weshalb, warum das? Hat da jemand Angst vor vielfältiger Konkurrenz?

“Auch der Medienwissenschaftler Marcel Machill von der Universität Leipzig stellte die inhaltliche Relevanz von Blogs in Frage. Blog-Suchmaschinen selektierten Blogs nicht nach inhaltlichen, sondern nach technischen Kriterien. Er forderte für das Internet genauso Regeln aufzustellen, wie dies für analoge Medien getan worden sei. “Das Internet kann kein illegaler Raum sein”, sagte Machill.”

Darum geht es gar nicht. Natürlich schreiben viele Blogs Müll (wie dieser auch ;-) ), aber warum sollte man da irgendetwas reglementieren? Die “etwas andere Information” macht doch gerade den Reiz von weblogs aus. Mir scheint dass hier ganz einfach missliebige Meinungen unterdrückt werden sollen. Wie war das noch mit dem Grundrecht auf Meinungsfreiheit?

“Der Vorsitzende der Medienkommission der SPD, Marc Jan Eumann, forderte, die Medienkompetenz der Menschen zu stärken. “Das ist in einer Mediengesellschaft eine Schlüsselqualifikation, damit Menschen Informationen korrekt einordnen und abschätzen können, welche Wirkungen sie mit der Veröffentlichung von Informationen auslösen”, sagte er.”

Nichts gegen einzuwenden. Mit der erworbenen Medienkompetenz kann man dann ja die gleichgeschalteten Massenmedien kritisch gegenlesen. Vom Regen in die Traufe, Herr SPD-Mann Eumann.

“Der Programmdirektor der Deutschen Welle, Christian Gramsch, betonte, dass Journalisten in Zukunft weiter eine wichtige Rolle spielen werden. Sie seien die Profis, die am besten richtige und falsche Informationen einordnen und kommentieren könnten.”

Professionelle Arbeit stelle ich mir aber anders vor, wenn ich manchmal so gängige Artikel der “Medienprofis” lese. Nicht seriöse Information, sondern reine Propaganda und Desinformation mit Tendenz zur bewussten Manipulation beherrschen das Bild (nicht nur bei BILD, sondern auch im Feuilleton der “ZEIT” beispielsweise ;-) ).
Hier wollen billige Meinungsmacher ihre Pfründe sichern, nicht anderes. Von den sinkenden Auflagenzahlen der Printmedien fange ich jetzt nicht an.

“Mehrere Blogger forderten die Politik auf, den Web-Autoren Zeit zu lassen. Schon jetzt würden sich langsam Qualitätsstandards etablieren.”

Umso besser. Eine Gegenöffentlichkeit mit Verstand ist die beste Aufklärungsform heuzutage.