Alte Liebe rostet nicht. Auch wenn der aktive musikalische Werdegang anschließend ein paar Jahre in eine andere Richtung ging, blieben Alben wie “The Shadowthrone“, “Mellom Skogkledde Aaser” und (erst später) “The Dawn Of The Dying Sun” sowie einige wenige andere monumentale Zeugnisse norwegisch - schwarzmetallischer Tonkunst für mich. Immer noch kommen neue Kohorten aus dem Fjordland, viele reichen bei weitem nicht an die alten Größen der Früh- bis Mittneunziger heran (die größtenteils inzwischen selbst nur noch ein Schatten alten Glanzes sind), aber solange junge idealistische Recken wie Eljudner das Erbe derart würdig weiterführen, wird dieser so spezielle und unerreichte Black Metal Stil nicht sterben. “Daudingekvider” klingt exakt wie die Schnittmenge aus den drei oben genannten Werken: rauh, melodisch, episch, nordisch bis ins Mark. Heroischer Klargesang wechselt mit Keifen, geniale folkloristische Melodien sorgen für Gänsehaut, seltene Raserei für frostige Atmosphäre. Dabei setzt man für Fotos und Cover traditionell auf schwarz/weiß (was waren das noch für stimmungsvolle Cover damals: erste Dödheimsgard, erste Dimmu Borgir, Carpathian Forest MCD, Wongraven etc.), inszeniert sich selbstbewusst mit Corpsepaint, ist nicht substanziell heidnisch, aber dem Geist nach archaisch, stolz, kraftvoll und mächtig - einfach ehrlich “norwegisch” wie vor etwa eineinhalb Dekaden. Wer diese Zeit mit erlebt hat, weiß was ich meine. Ich habe dieses vor zwei Jahren veröffentlichte kleine Juwel, bei dem mich einerseits Melancholie und andererseits die gleichen Empfindungen wie in meiner Jugend überkommen, viel zu spät entdeckt. Ich weiß dass einigen das hier gefallen könnte, macht nicht den gleichen Fehler.