Passend zur hiesigen Karnevalszeit (bei der ich als Norddeutscher auch dieses Jahr wieder nur noch mit dem Kopf schütteln kann) hier mal mein persönlicher Geheimtipp in Sachen Katerfrühstück. Im Südwesten der USA ist das Original meiner Variation als “Huevos Rancheros” bekannt (”Bonanzaklöten/Eier nach Rancherart”). Es ist nicht raffiniert, dafür absolut männlich majestätisch scharf (und gibt wieder ordentlich Tinte auf den Füller
). Wen das nicht wieder auf die Beine bringt der hat beim Komasaufen einmal zu oft verloren… Also die Zutaten am besten schon beim Vorglühen bereit stellen und am nächsten Tag so abschmecken, dass sich nichts was im Magen Ärger bereiten könnte noch traut aufzumucken.
Kapiert? Also hoch die Tassen!
Danach 1 mittlere Zwiebel und mindestens 1 Knoblauchzehe fein hacken und in einer hohen Pfanne mit etwas Öl oder Butter glasig dünsten. Mindestens 2 scharfe Chilischoten (Jalapeno o. ä.), 1 Paprika und 2-3 gehäutete Tomaten (oder eine Konserve geschälte und abgetropfte ganze Tomaten) würfeln und dazu geben. Mit einer Prise Zucker, Pfeffer, Salz und Cayennepfeffer würzen, kurz aufkochen und bei geringer Hitze eindicken lassen. Ein wenig getrockneten Oregano oder Cilantro einrühren, Deckel drauf und warm stellen.
Mit Butter mehrere Spiegeleier braten, währenddessen in einer beschichteten Pfanne ohne Zugabe von Fett die gleiche Anzahl Fertigtortillas ca. eine halbe Minute pro Seite heiß und knusprig werden lassen.
Tortillas auf einen Teller geben, Spiegeleier drauf und Tomatenkram darum/darüber gießen. Mit Chili-, Zwiebel- und Knoblauchpulver wahlweise noch männlicher machen und sofort verschlingen. Reicht für einen ausgehungerten oder zwei Pistengänger, die sich noch nicht ganz sicher sind ob das Essen auch drin bleibt. Mahlzeit!
Je nach Gusto kann das Gericht auch türkisiert werden. Dazu die Anzahl Chilies auf mindestens 3 erhöhen und mit dem beschriebenen Tomaten-Paprikaramsch 5 Minuten schmoren lassen. 4-5 Eier mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver (sicher nicht das “edelsüße”!) verquirlen und über den scharfen Kram gießen. Wer es noch würziger mag kann nach Belieben kleingeschnittenen Käse darüber streuen. Wenn die Eimasse gestockt ist noch 2-3 Minuten auf geringer Stufe weiterköcheln lassen und die Rühreipfanne mit frischem Fladenbrot verzehren.

Das hätte ich heute durchaus gebrauchen können, ich kann kaum gerade sitzen.
Comment by Staatsfeind No. I — February 1, 2008 @ 5:44 pm
Ich hoffe du hast bei meinem Besuch ein paar Saen für mich übrig.
Comment by Hatebreeder — February 1, 2008 @ 7:19 pm
Waren keine eigenen Chilies, die letzte Ernte ist ja kaum was geworden in diesem Drecksloch hier.
Comment by Wichtelmeister — February 1, 2008 @ 8:07 pm
Goil. Auf das Rezept habe ich schon ein Jahr gewartet
. Dann muss ich morgen wohl saufen, um Rancherklöten mit Chili am Sonntag zu frühstücken. Auch ideal für den Muskelaufbau.
Comment by Hoshi — February 1, 2008 @ 10:56 pm