Musick and sonic landscapesMay 26, 2008 5:53 pm

So, nach längerer Zeit sind in der Region mal wieder erstklassige Touren unterwegs, und das bedeutet: ENDLICH die Prüfung gebührend feiern und (exklusiv am Wochenende) begießen mit ordentlich Geballer im Hintergrund. Wird ganz schön nostalgisch, denn morgen stehen in Saarbrücken die Veteranen von Napalm Death und Suffocation auf der Bühne.



SUFFOCATION - Abomination Reborn

Und am Freitag dann Kifferwahnsinn in Tüten mit Hate Eternal und vor allem Cephalic Carnage:



CEPHALIC CARNAGE - Lucid Interval

Hauptsache genügend davon eingepackt…

Musick and sonic landscapesApril 22, 2008 10:55 am

Keine Ahnung, warum ich schon wieder so euphorisch bezüglich norwegischen Musikschaffenden bin. Vielleicht liegt es daran, mich so von meinen Prüfungsvorbereitungen ablenken zu können… :-)
Seit ich vor einigen Monaten auf Wardruna gestossen bin, verfolge ich dieses Projekt(?) bekannter Szenehengste der norwegischen Westküste mit wachsendem Interesse und mittlerweile gespannter Erwartung. Irgendwie passiert bei ihrer Musik nicht viel, oft hat man Deja vu Erlebnisse, Minimalismus pur. Überwiegend traditionelle Instrumente und Gesänge erzeugen dabei jedoch eine beeindruckende atmosphärische Dichte und ein archaisches Flair (weiß nicht wie ich das sonst beschreiben soll). GarmarnasNjaalkeme” vom “Guds Spelemän” Album könnte ein musikalischer Hinweis sein, aber irgendwie spuken mir auch Hagalaz` Runedance und “New Age Mucke” im Kopf rum… Die Stücke, eher könnte man von musikalischer Ritualbegleitung sprechen, haben jedenfalls etwas, dem man sich schwer entziehen kann. Freunde von (Dark)Ambient und simplem skandinavischen Folk sowie der zeitgenössische Runenmagier von nebenan ;-) sollten mal ein Ohr riskieren.

Musick and sonic landscapesApril 10, 2008 7:34 pm

Wer hätte gedacht, dass ich hier mal eine halbwegs aktuelle Scheibe aus dem erweiterten Black/Folk/Viking Metal Bereich lobend erwähnen würde. Aber die mir vorliegende erste CD von Sorgsvart ist einfach zu gut, um sie hier unerwähnt zu lassen. Vergesst Vreid und Konsorten, Sorgsvart sind die einzig legitimen Nachfolger der seligen Windir. Weitere Infos zur Musik erübrigen sich daher eigentlich, der anarchistische Einschlag im Bandimage offenbart jedoch Parallelen auch musikalischer Art zur punkigen Attitüde des Landsmanns von Glittertind und ist in dieser Form wohl nur in den skandinavischen Ländern möglich. Das neue Album “Vikingtid Og Anarki” (übrigens DER Titel der letzten Monate! LOL) kenne ich noch nicht, die Reviews versprechen allerdings schon mal großes…

Musick and sonic landscapesFebruary 23, 2008 6:44 pm

Musikblogtendenz, auf ein Neues… Drehe gerade komplett durch, weil ich beim Referatschreiben diese Scheibe höre. Vielleicht liegt es auch am leichten “Skruf Tranbär” Kick… jedenfalls schwebe ich gerade vor dem PC mit Visionen von nebelverhangenen, dreckigen Gassen im Londoner “Whitechapel” samt blutigen Körpern vor meinem inneren Auge… das konnte selbst “From Hell” nicht besser. Eigentlich Pflicht für verhinderte Englishmen wie den Elchzüchter oder auch den Wahliren - wenn sie sich mal wieder richtig gruseln wollen. Wer bemerkt da noch den strahlenden Sonnenschein draußen?

Musick and sonic landscapesFebruary 17, 2008 1:55 pm

Im krassen Gegensatz zum Gemörtel unten steht ein empfehlenswertes Projekt, auf das ich an dieser Stelle schon länger aufmerksam machen wollte (auch wenn die entsprechende Jahreszeit schon fast vorbei ist): Wilde Jäger, eine Zusammenstellung von Künstlern aus dem erweiterten Neofolkbereich, konzeptionell vereint in der Beschäftigung mit alpinen Maskenbräuchen und dem entsprechenden Mythen- und Sagenfundus. Die Beiträge, musikalisch alles vom puristischen Folk bis zum quasi-authentischen Hörspiel abdeckend, schwanken dabei qualitativ von lächerlich bis außergewöhnlich (wie das bei Compilations halt so ist), wobei letzteres überwiegt. Thematisch könnte eventuell ein Experte mehr dazu sagen ;-) . Das Buch zur ohnehin atemberaubenden Box soll leider erst Ende des Jahres erscheinen. Man darf gespannt sein.

Musick and sonic landscapes 11:48 am

Gestern in der Konzerthalle meines Vertrauens: Beneath The Massacre und Despised Icon (die anderen kann man getrost übergehen).


Gefrickel in Perfektion.


DIE SLAMS, MANN!!! DIE SLAMS!!! *sterb*

Musick and sonic landscapesJanuary 20, 2008 9:50 pm

Alte Liebe rostet nicht. Auch wenn der aktive musikalische Werdegang anschließend ein paar Jahre in eine andere Richtung ging, blieben Alben wie “The Shadowthrone“, “Mellom Skogkledde Aaser” und (erst später) “The Dawn Of The Dying Sun” sowie einige wenige andere monumentale Zeugnisse norwegisch - schwarzmetallischer Tonkunst für mich. Immer noch kommen neue Kohorten aus dem Fjordland, viele reichen bei weitem nicht an die alten Größen der Früh- bis Mittneunziger heran (die größtenteils inzwischen selbst nur noch ein Schatten alten Glanzes sind), aber solange junge idealistische Recken wie Eljudner das Erbe derart würdig weiterführen, wird dieser so spezielle und unerreichte Black Metal Stil nicht sterben. “Daudingekvider” klingt exakt wie die Schnittmenge aus den drei oben genannten Werken: rauh, melodisch, episch, nordisch bis ins Mark. Heroischer Klargesang wechselt mit Keifen, geniale folkloristische Melodien sorgen für Gänsehaut, seltene Raserei für frostige Atmosphäre. Dabei setzt man für Fotos und Cover traditionell auf schwarz/weiß (was waren das noch für stimmungsvolle Cover damals: erste Dödheimsgard, erste Dimmu Borgir, Carpathian Forest MCD, Wongraven etc.), inszeniert sich selbstbewusst mit Corpsepaint, ist nicht substanziell heidnisch, aber dem Geist nach archaisch, stolz, kraftvoll und mächtig - einfach ehrlich “norwegisch” wie vor etwa eineinhalb Dekaden. Wer diese Zeit mit erlebt hat, weiß was ich meine. Ich habe dieses vor zwei Jahren veröffentlichte kleine Juwel, bei dem mich einerseits Melancholie und andererseits die gleichen Empfindungen wie in meiner Jugend überkommen, viel zu spät entdeckt. Ich weiß dass einigen das hier gefallen könnte, macht nicht den gleichen Fehler.

Musick and sonic landscapesJanuary 7, 2008 8:23 am

Spätestens mit dem neuen Album “Veleno de Teixo” (”Gift der Eibe”) müsste nun auch endlich Vindaloo - Hoshi auf die galicischen Sangre Cavallum aufmerksam werden. Musikalisch neben zeitgenössischer (Neo)Folk- und Industrialkultur vor allem in ihrer Heimat im Norden der iberischen Halbinsel verwurzelt (klimatisch der Bretagne nicht unähnlich), drehen sich die Lieder thematisch um die Traditionen Callaecias, die vorchristliche castros - Kultur und die heilige Eibe, der interessanterweise wie in der germanisch - mitteleuropäischen Überlieferung als “Baum des Todes” und Mittlerin zwischen den Welten gesehen wird. Dabei wurden die moderneren psychedelischen Elemente des Vorgängers “Pátria Granítica” etwas zurückgeschraubt und noch mehr Wert auf traditionelle Instrumente und auf, ich nenne es mal “mittelalterliches” Flair, gelegt, was die Scheibe ausgereifter und runder klingen lässt.
Als guter Einstieg in das Werk dieser Gruppe kann zudem auch die Retrospektive “Troadouro” dienen, die auf zwei CDs und 150 Minuten(!) Demos, Samplerbeiträge, Livestücke und unveröffentlichtes Material beinhaltet. Sollte man im Auge behalten.

Achja, wenn jemand im Lotto gewonnen hat oder mir was vererben will, hab gestern zufällig bei einem Immobilienmakler ein Domizil erspäht, das meiner Traumhütte bis jetzt am nächsten kommt. Komplett Holz innen wie außen, fast neu, groß, eher Randlage, Blick aufs Grüne, Streuobstwiese hinterm Haus, in der Eifel! Über den Preis reden wir mal lieber später… :-(

Musick and sonic landscapesDecember 13, 2007 9:42 am

Mal was Konstruktives aus der Nachbarschaft: Botanik Holokaust Metal, inspiriert von den waldigen Dickichten… nein, nicht Thüringens. :-)

Musick and sonic landscapesDecember 8, 2007 7:43 pm

Nach fünf(!) Wochen Warterei und allerlei Irrungen und Wirrungen ist es heute endlich angekommen: das neue Loits Album “Must”, natürlich als Limited Edition Version mit Karten, Sticker, einer gleichstarken Bonus EP und einer höchst unterhaltsamen Multimediasektion. Vom Layout her wieder atemberaubend verpackt, wird erneut gerockt und gerollt das die Schwarte kracht, mit einigen übriggebliebenen Black Metal Einsprengseln als Sahnehäubchen. Allerdings zündet die Scheibe nicht so schnell wie der Vorgänger. Konzeptionell sind die Esten nicht unumstritten, beschäftigt man sich doch mit den estnischen Freischärlern der “Wood Broothers” und den Freiwilligen, die im Zweiten Weltkrieg an der Seite der Deutschen gegen die Sowjets kämpften. Sowas ist im Land der “Nazometer”-Empörung und Jusos mit falschen Freunden nicht gern gesehen/gehört, allerdings kommt man mit gequält-”antifaschistischer” political correctness bei den historisch arg gebeutelten Osteseeanrainern meiner Ansicht nach eh nicht weit, da die Dinge dort komplizierter waren und sind als manche schlichten Gemüter es gerne hätten, die den historischen wie zeitgenössischen (Estland als junge, gerade wieder unabhängige Nation) Kontext gerne ausblenden oder passend reduzieren. Trotz (oder wegen?) der lyrischen/visuellen Radikalität ihrer frühen Jahre sind Loits in ihrer Heimat Superstars und der größte musikalische Exportartikel, die populärste Metalband des Landes sowieso, was für komplett anders sozialisierte Bundesdeutsche irritierend wirken muss. Allerdings ist der militaristische Aspekt beim neuen Material auch einer subtileren Nostalgie gewichen. Alles in allem eine ambivalente Sache, jedoch ein musikalischer Höchstgenuss, der schlicht rockt und Laune macht. Hörproben gibts hier.